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Busdepot Deutweg

Februar 2016

Urhalle, Vorplatz und Verwaltungsbau unter Denkmalschutz gestellt

 

Nach langem Rechtsstreit zwischen der Stadt Winterthur und dem Heimatschutz, sowie Anwohnern und der IG Busdepot, wird die Stadt den Entscheid des Baurekursgerichtes nicht an die nächste Instanz weiterziehen. Dies ist ein Erfolg für den Heimatschutz und wird sich positiv auf die Entwicklung des Areales auswirken. Die Nutzung für die Genossenschaften wird zwar tangiert, lässt aber weiterhin grossen Spielraum, während die Erhaltung der geschützen Gebäude und des Platzes für die Identität des Quartieres von grosser Wichtigkeit sein wird. Zwar ist es schade, dass nicht auch die verbindenden Fassadenteile zwischen der Urhalle und dem Kellermüllerbau erhalten bleiben, doch ist dieser Verlust zu verschmerzen. Es ist durchaus im Interesse des Heimatschutzes, dass die Genossenschaften das Areal mit neuem Wohnraum in eine gute Zukunft führen, ohne dabei aber die Spuren der Geschichte zu beseitigen.

 

Januar 2015

Genossenschaften für Teilerhalt auf dem Areal Busdepot Deutweg 

Die beteiligten Genossenschaften sprechen sich für den Erhalt der Urhalle und eines zu definierenden Vorplatzes aus. Sie sind überzeugt, dass damit ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung des ganzen Quartiers geleistet wird. Den Erhalt weiterer Gebäude lehnen die Genossenschaften ab, da dies die Zahl der geplanten Wohnungen nochmals deutlich reduziert würde.

Medienmitteilung

 

 

Ende Juli 2013

Der Zürcher Heimatschutz hat in Absprache mit dem Winterthurer Heimatschutz Rekurs gegen den Beschluss des Winterthurer Stadtrates eingelegt, auf Schutzmassnahmen beim Busdepot zu verzichten und damit das Gebäude zugunsten einer vollständigen Neuüberbauung des Areals dem Abbruch preiszugeben. Der Rekurs erfolgte unabhängig vom Vorgehen der ig busdepot, die ihrerseits einen Rekurs eingelegt hatte.

Der Heimatschutz begrüsst die Bemühungen des Winterthurer Stadtrates, an dieser Stelle den Bau von Genossenschaftswohnungen vorzusehen, und freut sich über eine genossenschaftliche Trägerschaft für dieses zentrale Areal. Der Rekurs richtet sich nicht gegen das Bauprojekt, sondern gegen das Vorgehen und aus der Überzeugung heraus, dass eine zumindest teilweise Unterschutzstellung des Gebäudes gerechtfertig ist und diese eine genossenschaftliche Überbauung keineswegs verhindert. Die baugeschichtliche Bedeutung des ehemaligen Tramdepots, letzter Zeuge der Tram-Geschichte von Winterthur, ist im übrigen unbestritten und wird von mehreren städtischen Gutachten gestützt.

Das Depot wurde 1913/14 durch die bekannten Winterthurer Architekten Fritschi & Zangerl errichtet, parallel zum Ausbau des Strassenbahnnetzes. Der Kernbau der Einstellhalle ist mit seinen damals hochmodernen Beton-Tragelementen im Skelettbau bestens erhalten; Erweiterungen erfolgten jeweils durch seitliche Anbauten. Am Rande des damaligen Stadtbildes gelegen, war das Depot lange ein Fixpunkt des östlichen Stadtviertels. 1960/61 erfolgte der ergänzende Büro-Bau von Adolf Kellermüller im klassischen Stil der Nachkriegsmoderne, der einen schönen Abschluss des Depotvorplatzes bildet und zum Deutweg / Zwingliplatz überleitet.

In den Augen des Heimatschutzes soll der Stadtrat zuerst prüfen, ob die historisch wertvolle originale Einstellhalle und allenfalls auch weitere Bauteile erhalten und in eine zeitgemässe Neuüberbauung integriert werden können. Gerade der gut erhaltene Kernbau könnte als Begegnungszone eine neue Nutzung erhalten, wie für genossenschaftliche, den gemeinschaftlichen Charakter betonende Architektur eigentlich ideal. Es geht hier nicht um ein Entweder-Oder (im Sinne von Abriss oder Erhalt), sondern um ein Sowohl-Als-Auch (im Sinne einer Verbindung von alt und neu im Rahmen einer künftigen Überbauung). Als Vergleich mag das HESTA-Areal in Uster dienen, deren Umnutzung gerade unter Wahrung der Skelett-Architektur grosse Anerkennung erfahren hat.

 

Themen

Hier finden Sie eine Übersicht der Themen des Winterthurer Heimatschutzes

 

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Heimat- oder Denkmalschutz?

Wo liegt der Unterschied zwischen Heimatschutz und Denkmalpflege
 

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